Antje Schley
Wann / wie lange waren Sie an der VHS? Welche Kurse haben Sie besucht?
Vom September 1992 bis Juli 1993, im 11. Schuljahr des Zweiten Bildungswegs
Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?
Es war eine anstrengende Zeit; nach der Arbeit noch jeden Abend 5 Stunden Schule zu absolvieren und irgendwo dazwischen die Hausaufgaben (die sich zum Glück in Grenzen hielten) anzufertigen, war schon eine Herausforderung. Außerdem war dies damals das erste Jahr, in dem in Berlin/Brandenburg das Abitur 13 Jahre dauern sollte; wir hatten alle das Gefühl, etwas Pech damit zu haben.
Herr Laser ist mir ganz spontan in Erinnerung geblieben, er war damals verantwortlich für den Abi-Durchgang. Ich glaube ich hatte Chemie bei ihm, was ich danach abwählen musste, weil es das an der anderen Schule nicht gab. An ein paar Mitschüler kann ich mich auch noch erinnern, aber die Namen fallen mir nach der langen Zeit nicht mehr ein.
Enttäuschend? Ja, da gibt's auch was: in Englisch hatte ich immer nur Einsen und Zweien und dachte, das kann ich ja wohl ganz gut. Als ich dann die 12. und 13. in Berlin machte und Englisch als Leistungskurs wählte, verstand ich auf einmal kein Wort mehr von dem, was dort gesprochen wurde; in der neuen Klasse waren fast nur "native speaker", es wurden in der ersten Stunde Gedichte interpretiert, was ich noch nie vorher in einer Fremdsprache tun musste. Es war ein sehr hartes Stück Arbeit, das nach- und aufzuholen.
Was war anders als in der Regelschulzeit?
Die Uhrzeit; weniger Fächer. Außerdem gab es das Kurssystem, was zu meiner "normalen" Schulzeit (bis 1986) noch nicht existierte.
Haben Sie den Kurs / Lehrgang / Ausbildung mit einem guten Gefühl, etwas für sich erreicht zu haben, verlassen?
Der Kurs ging ja woanders weiter (noch zwei Jahre), aber es war ein guter Anfang.
Was machen Sie heute?
Ich habe danach studiert und arbeite bis heute in dem Beruf (Musiktherapie).
Was wünschen Sie der Volkshochschule, was geben Sie den (politisch) Verantwortlichen auf den Weg?
Für mich war es nach der Wendezeit die einzige Möglichkeit, das Abitur überhaupt zu machen, was mir vorher regulär versagt blieb. Ich hoffe, dass noch viele junge Leute in der VHS Chancen finden, ihrem Leben eine persönlich wichtige Richtung zu geben.
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Fragen an Teilnehmer und Mitarbeiter